Wolle vom Vlies zum Garn, Schritt für Schritt
Interaktive Lektion: vom Vlies deiner eigenen Schafe zum Garnstrang — sortieren, waschen ohne Verfilzen, kardieren, Handspindel, verzwirnen, mit Pflanzen färben und vor Motten schützen.
Kostenlose Probe Kapitel 1 und 2 (8 Schritte) sind kostenlos. Die ganze Lektion gibt es zum Modul Wolle: waschen, kardieren, spinnen. Schon gekauft? Freischalten
Die Lektion ist ein allgemeiner Rat, keine Fachausbildung. Örtliche Vorschriften und fachlicher Rat haben immer Vorrang. Lies unseren Haftungsausschluss.
Die ganze Lektion als Text
1. Vlies auswählen
Zum Spinnen nimmt man das beste Vlies und den besten Teil davon.
- Nur gesunde Schafe — Wolle von verendeten und kranken Schafen wird nicht verwendet: Sie kann den Erreger von Milzbrand (Anthrax) tragen. Nimm Vliese nur von gesunden Schafen aus einer bekannten Herde.
- Strähnenlänge — Zieh eine Strähne heraus und miss sie gerade. Zum Spinnen sind 5–15 cm gut; unter 4 cm ist es schwer für die Handspindel.
- Strähne anschnippen — Halt die Strähne an beiden Enden und schnipp sie an. Sie darf nicht reißen; reißt sie an einer Stelle, war das Schaf krank oder hungrig.
- Der beste Teil des Vlieses — Schultern und Flanken geben die feinste und gleichmäßigste Wolle. Bauch und Beine kommen nicht zum Spinnen, sondern in den Mulch oder Kompost.
Warum: Aus einem 2-kg-Vlies eines Landschafs lassen sich 1,2–1,4 kg Wolle waschen und etwa 1 kg Garn spinnen. Ein schwaches, kurzes oder schmutziges Vlies macht aber viel Arbeit und gibt schlechtes Garn.
- Mischwollige Landschafe haben lange, grobe Grannen und kurze, weiche Unterwolle: Die lange wird für festes Garn gekämmt, die kurze für warmes Garn kardiert.
- Schmutzige Ränder, Bauch- und Beinwolle und Wolle mit Kot schon am Schurtag abzupfen.
2. Waschen ohne Verfilzen
Beim Waschen gilt eine Regel: Die Wolle bleibt liegen, das Wasser wird gewechselt.
- Netzbeutel — Leg die Wolle locker in Netzbeutel, 300–500 g pro Beutel. Die Wolle darf nicht gestopft sein.
- Erst Wasser, dann Wolle — Heißes Wasser von 60–70 °C, dann mildes Spülmittel, etwa 1 Esslöffel auf 10 L. Erst dann den Beutel eintauchen.
- Einlegen und nicht anfassen — 20–30 Minuten liegen lassen. Nicht rühren, nicht reiben, nicht mit den Händen auswringen. Das Wasser darf nicht unter 50 °C fallen.
- Spülen und Trocknen — Die zweite Wäsche gleich, dann zwei Spülgänge mit klarem Wasser derselben Temperatur. Abtropfen lassen und ausgebreitet auf einem Gitter im Schatten 1–3 Tage trocknen.
Warum: Lanolin löst sich erst in heißem Wasser, und in heißem Wasser verfilzt Wolle leicht. Wärme, Seife und Reiben oder ein plötzlicher Temperaturwechsel verbinden die Fasern für immer zu Filz.
- Sehr schmutzige Wolle vor dem Waschen über Nacht in kaltem Wasser einweichen.
- Das Waschwasser auf den Rasen oder auf den Kompost gießen, weit weg vom Brunnen, nicht in den Bach.
3. Kardieren und Kämmen · Gesperrt
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4. Spinnen mit der Handspindel · Gesperrt
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5. Verzwirnen und Strang · Gesperrt
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6. Färben mit Pflanzen · Gesperrt
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7. Schutz vor Motten · Gesperrt
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